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Wie geht es weiter mit der Sanierung des Freibades?

Fraktion

Kooperation lehnt Entscheidung darüber ab

Dass unser Freibad in die Jahre gekommen ist und dringend einer Sanierung bedarf, wissen wir alle. Bereits 2009 wurde die erste Studie vom Planungsbüro Richter und Rausenberger erstellt, mit dem der Sanierungsbedarf von Hallenbad und Freibad ermittelt und kalkuliert wurde. Da die Probleme im Hallenbad am drängendsten waren, entschied sich die Stadtverordnetenversammlung damals, zuerst das Hallenbad zu sanieren und verschob die Sanierung des Freibades auf später.

Heute sind wir ungefähr 10 Jahre weiter, aber eine Sanierung ist immer noch nicht in Sicht. Immerhin wurde zwischenzeitlich vom Magistrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, bei der eine Sanierung am Standort in verschiedenen Varianten überprüft werden sollten. Basis des Auftrages war dabei ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Dezember 2015.

Das Ergebnis dieser Machbarkeitsstudie wurde in der letzten Sitzung des Schwimmbadausschusses von einem Vertreter des Planungsbüros Möller + Meyer in 4 verschiedenen Varianten ausführlich dargestellt:

Variante 1 beinhaltet eine Trennung der Becken in einen Schwimmerbecken mit 25 m-Bahn, ein Nicht-Schwimmerbecken mit Rutsche und einem Becken für die Sprungtürme. In Variante 2 werden diese Becken mit einem Übergang im Wasserbereich miteinander verbunden und Variante 3 entspräche der Variante 1, verzichtet aber auf die Sprungtürme. Ein separater Badebereich für Kleinkinder ist in allen Varianten vorgesehen.

Als 4. Variante wurde auch der Bau eines Naturbadeteiches untersucht, erhielt jedoch die schlechtesten Noten von den Bad-Experten. Bei einem Naturbadeteich würden große Flächen der Liegewiese wegfallen, die für die naturnahe Klärung des Wassers durch Pflanzen benötigt würde und es wäre ein hoher Aufwand an Pflege notwendig, um das Ausmaß der natürlichen Algenbildung unter Kontrolle zu halten. Außerdem können weniger Menschen gleichzeitig das Bad nutzen und in einem heißen Sommer wie in 2018 wäre das Bad regelmäßig geschlossen: denn bei einer Badetemperatur über 25°C werden Keime gebildet, die für den Menschen nicht verträglich sind.

Konkretere Planungen auf Basis der Variante 1 voran bringen

Die SPD-Fraktion hatte sich während ihrer Klausurtagung im November ausgiebig mit diesen verschiedenen Varianten auseinandergesetzt und wollte mit einem Antrag in der letzten Stadtverordnetenversammlung die Diskussion voran bringen: „Wir möchten, dass die Stadt nun endlich in die konkreteren Planungen für die Sanierung des Freibades einsteigt und zeitnah ein Büro mit den nötigen Planungsarbeiten beauftragt. Und dies soll auf der Basis der Variante 1 geschehen, die uns vom Planungsbüro vorgestellt wurde“, erläutert Sebastian Schecker, Vorsitzender des Schwimmbadausschusses, bei der Antragsbegründung. Sämtliche Becken sollen in Edelstahl ausgeführt werden und barrierefrei zugänglich sein.

„Diese Variante hat nicht nur eindeutige energetische Vorteile, sondern enthält auch viele Anregungen und Wünsche wie sie die Bürger im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens bereits 2016 geäußert haben.“, so Schecker weiter. „Es ist außerdem unser Anliegen, dass bei allen Planungen von Anfang an die Schwimmvereine und die städtische Behindertenbeauftragte eingebunden werden. Denn so können Planungsfehler vermieden werden.“

Kooperation lehnt diese Variante ab

In der Stadtverordnetenversammlung gab es jedoch nicht einmal eine richtige Diskussion zu diesem Antrag und auch die Verschiebung in den inhaltlich zuständigen Ausschuss wurde von der Kooperation abgelehnt: Die WGG wünschte sich eine erneute Diskussion über den Standort des Freibades, es habe ja keine Untersuchung anderer Grundstücke (welcher?) gegeben. Nach wie vor halten die Vertreter dieser Fraktion immer noch an dem Plan für die Errichtung eines Naturbadeteiches fest und wollen diese Idee weiter verfolgen. Und auch Bündnis90/Die Grünen möchten ein erneutes „Nachdenken“ über die Sanierung und „neue Alternativen“ prüfen – welche wurden nicht näher ausgeführt! In der letzten Sitzung des Schwimmbadausschusses wurde von dieser Fraktion noch ein 50m-Becken in die Diskussion gebracht, ist es das, was sie wollen? Mit der Ablehnung des SPD-Antrages wurde die Diskussion erst einmal auf den „St. Nimmerleinstag“ verschoben.

Dabei hatte selbst der Bürgermeister in der letzten Schwimmbadausschuss deutlich gemacht, dass sich die Fraktionen zügig mit den Vorschlägen des Planungsbüros auseinandersetzen sollten. Denn zum einen steht die Entscheidung an, für welches Investitionsvorhaben die Gelder der Hessenkasse (für Griesheim ca. 5,8 Mio.€) verwendet werden sollen. Zum anderen steigt der regelmäßige Bedarf für die Erhaltung des Freibades an, die Technik ist deutlich veraltet und auch die Rutsche ist in die Jahre gekommen. Handeln ist also dringend geboten, wenn wir nicht riskieren wollen, dass das Bad beim Auftreten größerer Mängel geschlossen werden muss.

Nach Meinung der SPD-Fraktion sollten die Stadtverordneten sich sehr gut überlegen, was wir für ein Freibad in Griesheim realisieren wollen. Was ist gut für Griesheim?

„Wir haben deutlich gemacht, dass es unsere Priorität ist, die Sanierung in einem bezahlbaren Rahmen zu halten und dass wir eine Lösung suchen, mit der wir gesunde und sportliche Bewegung für alle ermöglichen wollen – für junge Familien ebenso wie für die Sportvereine.“, nennt Fraktionsvorsitzende Zimmermann die Ziele ihrer Fraktion. „In der Variante 1 sehen wir eine gute Basis für die Wünsche unserer Bürgerinnen und Bürger zum Erhalt unseres Freibades und deshalb sollten wir diese weiter verfolgen. Ideen aus dem „Wolken-Kuckucksheim“ helfen uns dabei nicht weiter!“