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Warum fehlen Kita-Plätze in Griesheim?

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Und was wird getan, um den Bedarf zu decken?

Genau das sind die Fragen, die die Eltern in Griesheim zur Zeit am meisten beschäftigt. Die Kindertagesstätten sind voll bis auf den letzten Platz und seit mehr als einem Jahr gibt es sowohl für den U3- als auch für den Ü3-Bereich in Griesheim Wartelisten, was für die Eltern eine sehr unbefriedigende Situation ist. Und es trifft insbesondere die Mütter, die mehrheitlich die Elternzeit in Anspruch nehmen und nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteigen möchten. Aber ohne einen Betreuungsplatz ist dies nicht möglich.

Die Eltern fragen sich zu Recht, warum die Stadtverwaltung nicht weiß, wie viele Kinder einen Betreuungsplatz brauchen, wenn man doch die Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt regelmäßig prüfen kann und folglich eine Übersicht über die Zahlen der Kinder von 0 bis 6 Jahren haben sollte.

Die Meinung der SPD-Fraktion ist, die Zahlen sind durchaus da, aber es fehlt eine vorausschauende Bedarfsplanung, die ganz regelmäßig aktualisiert wird, um die Entwicklungen zu verfolgen.

„Eigentlich müsste die Sozialverwaltung sofort Alarm schlagen, falls die Zahlen steigen,“ erklärt Fraktionsvorsitzende Ingrid Zimmermann, “denn dann muss die Politik handeln.“

Es wäre natürlich wunderbar, wenn die Politiker so weit vorausplanen könnten, dass sie ca. 20 Jahre im Voraus wüssten, wo die nächste Kita und Grundschule gebraucht wird. Als der Bebauungsplan Süd-West geplant wurde – ca. Ende der 90er Jahre – gab es noch lange keine U3-Betreuung und nur die ersten zaghaften Versuche in einigen Kitas, eine Betreuung über die Mittagszeit anzubieten. Man hat damals angenommen, dass die neugebaute Kita Magdalenenstraße ausreichen würde, um den Bedarf zu decken.

In den Jahren zwischen 2010 und 2016 wurde dann viel unternommen, um die steigenden Bedarfe zu befrieden und insbesondere die U3-Betreuung auszubauen: es wurde das KiFaZ Rheinstraße gebaut, die Kita Raiffeisenstraße in Betrieb genommen, die ehemalige Hausmeisterwohnung im Bürgerhaus St. Stephan in eine Krippe umgewandelt und darüber hinaus wurden zwei private Einrichtungen, die von Schließung bedroht waren, von der Stadt übernommen (Esoc ChildCare und die Krippe Seesterne). Insgesamt wurden ca. 200 Plätze neu geschaffen und ca. 70 Plätze der bestehenden Einrichtungen erhalten.

Seit dieser Zeit jedoch ist die Planung für neue Kita-Plätze zum Stillstand gekommen und der angestrebte Versorgungsgrad ist in den vergangenen Jahren – sowohl für die U3- als auch für die Ü3-Betreuung - deutlich gesunken. Auch im Landkreis-Vergleich gibt es nur noch wenige Kommunen, die einen schlechteren Versorgungsgrad haben.

„Angesichts steigender Geburtenzahlen und mehr Zuzügen von Familien dürfen wir uns hier auf dem Erreichten nicht ausruhen, sondern müssen weiterplanen und auch weiterbauen.“ fordert Zimmermann. Erst im vergangenen Jahr hat die SPD-Fraktion zu den Haushaltsberatungen einen Antrag eingebracht, Planungskosten für eine neue Kindertagesstätte einzuplanen. Dieser Antrag wurde dann von der Mehrheit zwar akzeptiert, aber in das Jahr 2020 verschoben: man müsse schließlich erst nach einem Grundstück suchen … was wiederum ein ganzes Jahr gedauert hat! „Alles sehr mühsam und nicht von der Entschlossenheit geprägt, schnelle Lösungen zu entwickeln,“ kritisiert Zimmermann.

Die SPD-Fraktion fordert von der Kooperation, endlich das Problem der Kinderbetreuung mit der nötigen Entschlossenheit anzugehen und die zukünftigen Planungen an den Bedarfen anzupassen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass auch nach dem Bau einer Kita in Süd-West noch weitere Betreuungsplätze benötigt würden.